Freitag, 7. November 2014

Roger Loewig - Lithografien aus einer anderen Zait

Die neue Sonderaussellung im Herrnhuter Heimatmuseum zeigt Lithografien des Malers und Schriftstellers Roger Loewig (1930-1997). Die ausgestellten Arbeiten stammen aus der Sammlung der Umweltbibliothek Großhennersdorf, mit welcher diese Ausstellung gemeinsam konzipiert wurde.

Der Lebensweg Loewigs führt ihn Ende 1944 als Flüchtling von Schlesien über mehrere Etappen in die Oberlausitz. Hier lebt er von 1946 bis 1951 in Obercunewalde, wo seine Mutter eine Anstellung als Lehrerin fand. Als kritischer, freischaffender Künstler in Berlin ist er später vielen Repressalien ausgesetzt. Diese gipfeln schließlich in seiner Inhaftierung im Jahr 1963. Doch auch nach Loewigs Haftentlassung 1964 nimmt der staatliche Druck nicht ab, was schließlich 1972 zu seiner Übersiedlung nach West-Berlin führt. Erst 1990 kann Roger Loewig ins brandenburgische Belzig zurückkehren, wo er weiter intensiv künstlerisch tätig ist. Im Jahr 1992 ist er der erste deutsche Künstler, dessen Werke im Lagermuseum Auschwitz ausgestellt werden. Zunächst bleibt ihm auch im wiedervereinigten Deutschland die künstlerische Anerkennung versagt. Erst kurz vor seinem Tod im Jahr 1997 wird Roger Loewig schließlich für sein Lebenswerk mit dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt.

Im 25. Jahr nach dem Mauerfall soll diese Ausstellung an einen Künstler erinnern, dessen Werk wie bei kaum einem anderen das Entsetzen über die Verbrechen des Nationalsozialismus zeigt und gleichzeitig die persönliche Betroffenheit durch die deutsche Teilung sichtbar macht. Dabei führt die Ausstellung auch anhand von Büchern, Gedichten und Katalogen durch das weite künstlerische Schaffen Loewigs.

Begleitend zur Ausstellung ist eine Klang-Text-Collage zu hören, welche auf Texten Roger Loewigs basiert. Zusammengestellt und eingesprochen wurde diese Collage von den Schauspielerinnen Katinka Maché und Katja Schreier vom Ensemble des Gerhart Hauptmann-Theaters Zittau. Zur Ausstellungseröffnung am 09.11.2014 um 11 Uhr werden sie Auszüge ihrer Arbeit aufführen.

Die Ausstellung findet in Kooperation mit dem Sächsischen Landesbeaftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR statt.

Bis zum 18.01.2015 ist die Ausstellung zu folgenden Öffnungszeiten zu sehen:

Di-Fr: 9 - 17 Uhr

Sa, So und an Feiertagen: 10 - 12 und 13 - 17 Uhr